Presse: Meldung im Detail
Freitag, 9. September 2011
pop meets politics: Diskussion über eine Musiklandschaft im Wandel
Experten der Musikbranche und Politiker diskutierten, wie der gesellschaftliche Stellenwert der Kultur und die materielle Situation der Kreativen verbessert werden kann. Exemplarisch dafür sei diese Veranstaltungsreihe selbst. „Die Itzehoer Versicherungen sind ein vorbildliches Beispiel für gelungene Kultur-Partnerschaft“, so Ehrmann. Ohne die Initiative des Unternehmens wäre auch dieser Dialog nicht möglich.“
Auf dem Podium diskutierten unter anderem die SPD-Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries, der Chef der Mannheimer Pop-Akademie Udo Dahmen, der Musikunternehmer Murat Suner und die Berliner DJ Ipek Ipekcioglu über „Musiklandschaft im Wandel – politische Rahmenbedingungen und Perspektiven für neue Talente“. Dazu gehören natürlich auch die gravierenden Auswirkungen der Digitalisierung im Musikbereich. „Musik wird nur noch in Terabytes gehandelt“, bedauerte Murat Suner. „Die Verdienstmöglichkeiten im Download-Bereich sind für den Einzelnen mikroskopisch klein.“ Daher, so Brigitte Zypries, komme es darauf an, das Urheberrecht auch hier konsequent durchzusetzen. Von der aktuellen Gratis-Haltung profitiere nur der Konsument. „Für die SPD ist allerdings die Lage des Künstlers von größerer Bedeutung.“
Dahmen bezeichnete die aktuelle Digitalisierung als Übergangzeit. Alle paar Monate gebe es neue Technologien. „Daher müssen wir junge Musiker in allen Bereichen fit machen, damit sie bestehen können.“ Suner machte auf die Bedeutung kultureller Erziehung aufmerksam: Konsumenten beispielsweise von Jazz und Klassik hätten ein anderes Verständnis als die Pop-Fans – sie sind bereit, für Musik auch zu zahlen. Ipek Ipekcioglu konterte: Sie stelle bewusst Gratis-Songs ins Netz, um für sich zu werben.
Wolfgang Bitter, Vorstandsvorsitzender der Itzehoer Versicherungen, appellierte an die Verantwortung aller Beteiligten: „Die Politik steht in der Pflicht, Musikern zu ermöglichen, von ihrer Arbeit leben zu können.“ Zugleich müsse die Gesellschaft die Arbeit von Künstlern mehr achten. Dazu gehöre auch ein stärkeres kulturelles Engagement der Unternehmen. „Wir fördern seit über 20 Jahren mit dem John Lennon Talent Award nachhaltig junge Musiker.“
Der Abend mündete in ein Konzert der Band „berge“, der diese Förderung den Weg beispielhaft geebnet hat: Die Gruppe ist auf bestem Wege, von ihrer Musik leben zu können. (gö)
Zu dieser Meldung sind folgende Downloads verfügbar:
![]() | Diskutierten über eine Musiklandschaft im Wandel: Prof. Udo Dahmen (Popakademie Mannheim), Ipek Ipekcioglu (DJ), Moderator Daniel Boschmann, Brigitte Zypries (MdB) und Murat Suner (Musikunternehmer) (Foto: Ronald Sawatzki (JLTA) | Typ: image/jpeg | Grö&zslig;e: ~ 1.23 MB |
![]() | Rocco Horn und Marianne Neumann von "berge" (Foto: Ronald Sawatzki/JLTA) | Typ: image/jpeg | Grö&zslig;e: ~ 1.13 MB |
![]() | Marianne Neumann und Rocco Horn von "berge" (Foto: Ronald Sawatzki/JLTA) | Typ: image/jpeg | Grö&zslig;e: ~ 1.36 MB |
![]() | Marianne Neumann und Rocco Horn (berge) (Foto: Ronald Sawatzki/JLTA) | Typ: image/jpeg | Grö&zslig;e: ~ 1.44 MB |
![]() | Wolfgang Bitter (Vorstandsvorsitzender der Itzehoer Versicherungen), Brigitte Zypries (MdB), Siegmund Ehrmann (Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien) (Foto: Ronald Sawatzki/JLTA) | Typ: image/jpeg | Grö&zslig;e: ~ 1.18 MB |
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